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Christa Funk ©

Christa Funk

Surffotografin Christa Funk lebt ihren Kindheitstraum auf Hawaii: ein Gespräch über ihre Liebe zum Ozean und zur Fotografie.

Surf photographer Christa Funk in the sunlight at the beach, holding her big underwater camera
Sarah Lee ©

Christa Funk ist morgens die Erste im Wasser und abends die Letzte, die es wieder verlässt. Als eine der wenigen professionellen Surffotografinnen hat sie die legendäre Pipeline auf Hawaii – eine der gefährlichsten und ikonischsten Wellen der Welt – zu ihrem Arbeitsplatz und Happy Place gemacht.

Aufgewachsen ist Christa allerdings in Colorado, wo sie zunächst ihre Liebe zur Fotografie entdeckte. Später kombinierte sie dies mit ihrer Begeisterung für den Ozean und schaffte es, ihren eigenen Weg in die überwiegend männlich dominierte Surfszene zu finden. Heute sucht sie im Swell den perfekten Winkel für ihre Bilder, genießt aber auch mitten im Wellenchaos die seltenen Momente der Ruhe.

Was hat dein Interesse an der Fotografie geweckt?

Ich habe mit 13 angefangen zu fotografieren. In einem Computerkurs zeigte mir meine Lehrerin Photoshop und den Umgang mit einer analogen Kamera. Ich habe es sofort geliebt, Fotos damit zu machen.

Dein Vater hat deine ersten Schritte in der Fotografie begleitet – woher kam seine kreative Ader?

Mein Vater war sehr kreativ. Er konnte toll zeichnen, Holz schnitzen und fotografieren. Er hatte mal ein Vollstipendium für eine Kunsthochschule, wurde aber von seinem Vater zu einer „praktischeren, männlicheren” Karriere gedrängt. Trotzdem war unser Leben voll von Kunst, Musik, Farben und handgemachten Dingen.

Du bist weit weg vom Meer in Colorado aufgewachsen. Wie hast du deine Verbindung zum Ozean gefunden?

Als ich klein war, lebten wir ein paar Jahre an der Ostküste. Dort habe ich zum ersten Mal den Ozean gesehen, bin einem Schwimmteam beigetreten und habe mich in das Gefühl verliebt, im Wasser zu sein. Ich war ein sehr aufgedrehtes Kind, doch der Ozean hat mich beruhigt und mir geholfen, mich zu fokussieren. Mit der Fotografie war es ähnlich. Diese beiden Dinge ergaben für mich einfach Sinn. Mit 16 sah ich dann Surffotos in einem Fotobuch und realisierte, dass Menschen im Wasser fotografieren. Ich wusste nicht, wie ich dorthin kommen sollte, aber die Idee ließ mich nicht mehr los.

Die Fotos von Frauen sehen anders aus als die von Männern. Es ist eine andere Art, die Dinge zu sehen.

Surf photographer Christa Funk in the sunlight at the beach, holding her big underwater camera Christa Funk

Warum hast du dich entschieden, zur Küstenwachen-Akademie zu gehen?

Ich habe mich bei meiner Schwester beschwert, dass unser Vater mich drängte, mich dort zu bewerben, obwohl ich das nicht wollte. Sie fragte nur: „Warum nicht?“ – und ich verstummte. Mir fiel kein einziger Grund ein. Ich habe diese Entscheidung nie bereut. Ich habe so Meeresbiologie studiert, fünf Jahre im aktiven Dienst gearbeitet und gelernt, mit Menschen zu arbeiten, komplexe Probleme zu lösen und früh Verantwortung zu übernehmen. Die Arbeit beim Militär gab mir außerdem Stabilität, in meinen Anfängen als Fotografin – ich konnte mir die nötige Ausrüstung leisten und hatte Zeit, mich ohne Druck zu entwickeln. Die Stationierung auf Hawaii brachte mich zudem genau dorthin, wo ich sein musste.

Wie hast du es schließlich geschafft, deinen Traum zu verwirklichen?

Nachdem ich alle nötigen Qualifikationen hatte, begann ich wieder zu fotografieren. Eines Nachmittags ging ich zur Pipeline und sah Fotografen im Wasser. Ich dachte sofort: Das ist es – das ist das Ziel. Ich sprach einen von ihnen an, und er nahm mich mit ins Wasser. Ich war sofort begeistert und wusste, dass sich dadurch alles verändern würde.

Wie lange bleibst du im Wasser – und wie gehst du mit Erschöpfung und Kälte um?

Wenn die Bedingungen stimmen, bleibe ich so lange draußen, wie ich mich gut fühle und konzentriert bin – oder bis der Akku meiner Kamera leer ist. Das können acht bis zehn Stunden sein. Es geht dabei nicht darum, wie beim Leistungsschwimmen den Schmerz zu überwältigen, sondern um Achtsamkeit. Ich überprüfe ständig, ob ich präsent, fokussiert und in der Lage bin, mit dem umzugehen, was passieren könnte. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, gehe ich raus – egal, wie gut die Wellen sind.

Hast du noch Angst, wenn du im Wasser fotografierst?

Die Wellen, die ich fotografiere, sind gefährlich – selbst an kleinen Tagen. Angst ist immer da und das ist auch gut so. Sie hält mich wachsam. Entscheidend ist, dass sie nicht in Panik umschlägt. Ich hatte ein paar Unfälle, aber nichts, was mich lange aus dem Wasser gehalten hätte.

Was steckt hinter deiner charakteristischen Helmfrisur?

Das hat ganz praktische Gründe. Anfangs verfingen sich meine Haare in meiner Kamera. Ich versuchte, sie zu entwirren, während direkt über mir eine Welle brach, und dachte, dass sich etwas ändern muss. Also habe ich meine Haare auf den Helm geworfen und dort sind sie geblieben. Seitdem haben sie sich nie wieder in der Kamera verfangen. Also stehe ich dazu, auch wenn es ziemlich komisch aussieht.

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